Beaversity - geteiltes lernen

1B Zum Spannungsverhältnis von Integration und Segregation

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Ruhrpolen zwischen Segregation und Integration

  • Anwerbung: Arbeitskräfte u.a. aus den Ostgebieten = veränderte Zusammensetzung der Bevölkerung
  • beim Eintreffen gab es mehr "seelsiche als wirschaftliche Not", Schicksals- und Gesinnungsverwandte schlossen sich zu Verbänden zusammen, organisierten Selbsthilfe,
    die Kirche konnte stützen: es gab gleichsprachige Prediger und Pfarrer
  • 1922 gab es die Option, sich zwischen polnisch und deutsch zu entscheiden
  • Umvolkung: Polen sollen sich weiterentwickeln, sich Verwestdeutschen
  • die zweite Generation übernahm bestimmte Lebensgewohnheiten derAlteingesessenen und daneben in schwächerer Form solche der Eltern, Intermarriage wurde häufiger, Vorurteile wurden langsam abgelegt
  • staatliche Germanisierungsmaßnahmen: nach Brepohl u.a. gelungen:
    - Eindeutschung der Familiennamen ( deutsche Behörden übten massiven Druck aus)
    - Option für die polnische oder deutsche Staatsbürgerschaft (Entscheidung war verbunden mit drohendem Verlust von Arbeitsplatz, Wohnung, sozialem Umfeld, Ausweisung)
    - kein öffentlicher Gebruch der Muttersprache (massive Behinderung am Arbeitsplatz, Schule, Vereinsleben durch die Politik)
  • ruhrpolnische Selbstorganisation:
    - um den Integrationsdruck auszuhalten wurde zeit- bzw. teilweise die Segregation gewählt
    - Vereine, Zeitungen, Gewerkschaften, Parteien, Infrastruktur von Handwerkern, Banken, Ladengeschäften ...
    - zur Interessenvertretung und Freizeitgestltung ohne Diskriminierung
    - Veränderte Machtgefälle
    - Erweiterung des sozioökonomischen Status, wachsendes Selbstbewußtsein = Voraussetzung, um am Leben der Umgebung, der Gesellschaft teilzunehmen und um mehr Teilhabe zu fordern
    - diese Binnenintegration war Voraussetzung für die spätere Integration, erlaubte stabile Außenbeziehungen zur Etabliertengruppe
  • Integrationstypen nach Oenning:
    1. der antiassimilierte Typ (versteht sich als Angehöroger polnischer Ethnie deutscher Staatsangehörigkeit, versucht ethnische Identität zu wahren, ist stolz ein Pole zu sein, pflegt Tradition, Muttersprache, Beibehaltung des polnischen Namens)
    2. der assimilierte Typ (schämt sich seiner Vorfahren, deutsche Ethnie als Zielethnie, Bereitschaft sich an die fremde Kultur und Verhaltensweisen anzupassen, will als Mehrheitsangehöriger erkennbar sein, verzichtet auf Verhaltensmuster seiner Ausgangskultur, hohe Bereitschaft seinen Namen zu ändern)
    3. der pragmatische Typ (personelle und soziale Identität nicht aus der Zugehörigkeit einer Ethnie, sondern aus sozialen Bezugsgruppen, Handlungsmaxime: "Durchlavieren" Arrangement an den jeweiligen aktuellen Machts-, Herrschaftsverhältnissen um sein Leben bestmöglich zu gestalten
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